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Kreuz im Venn

Lourdesgrotte an der Richelsley
Verfasser: Franz Mertens
Das Kreuz im Venn auf der Richelsley

Im Laufe der Jahre hinterließen Witterungseinflüsse erhebliche Schäden an den Verschraubungen und Metallteilen. Die Schrauben hatten Rost angesetzt. Sie mussten in den letzten Jahren vor der Jahrtausendwende ausgetauscht werden. Die Metallteile erhielten einen neuen Schutzanstrich. Das Eisengeländer um das Kreuz auf der Felskuppe und der Aufgang zum Kreuz waren nicht mehr verkehrssicher verankert. Eisengeländer und Kreuzaufgang sind von Grund auf erneuert worden. Die Öffnungen am Fuße des Kreuzes sind damals verschlossen worden. Durch diese Öffnungen entsorgten manche Zeitgenossen Abfälle, die nach der Pause am Kreuz übrig blieben. Ebenso dienten diese Öffnungen gerne als Einstieg für jugendliche Kletterer, die Spitze des Kreuzes zu erstürmen. Alledem ist jetzt ein sprichwörtlicher Riegel vorgeschoben. Die unteren Öffnungen sind verschlossen. Die Arbeiten am Kreuz hat die Pfarrgemeinde Kalterherberg übernommen, Geländer und Aufgang die Gemeinde Bütgenbach im Rahmen der Partnerschaft mit der Stadt Monschau. Bei einem Freundschaftstreffen beider Kommunen im Jahre 2005 segnete Pfarrer Schnitzler die überarbeiteten Wahrzeichen der Richelsley ein. Damit verband er den Wunsch, der Ort möge weiter eine Stätte des Gebetes und der Erholung bleiben.

Bis heute ist die Pfarre St. Lambertus für die Unterhaltung des Kreuzes und der Grotte zuständig. Ein grundbuchmässiger Eintrag, wer Eigentümer ist, findet sich nirgendwo. Weder deutsche noch belgische Archive sagen dazu etwas. Die Pfarre wird heute, wie schon erwähnt, bei der Unterhaltung stark von der Gemeinde Bütgenbach unterstützt. In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg gehörte das Gelände der Richelsley zu Deutschland. Nach dem ersten Weltkrieg veränderten sich die Landesgrenzen und die Richelsley gehörte fortan zu Belgien. Während des zweiten Weltkrieges kehrte sie nach dem Frankreichfeldzug bis zum Kriegsende ins Reichsgebiet zurück und fiel danach wieder an das Königreich Belgien.
Der Wechsel in der Staatszugehörigkeit hatte auch Folgen bei der Organisation von kirchlichen Veranstaltungen auf der Richelsley durch die Pfarre. Für die Prozessionen zur Richelsley musste sie in der Nachkriegszeit immer Einvernehmen mit der belgischen Forstverwaltung erzielen. Die belgische Forstverwaltung hat die Prozessionen der Pfarre zugelassen. Eine engere Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg kam erst , wie schon beschrieben, mit der Pfartnerschaft der Gemeinde Büllingen und der Stadt Monschau zustande.

Neben den von der Pfarre organisierten Prozessionen ziehen auch heute noch viele Pilger allein oder in kleinen Gruppen vom beschriebenen Wanderparkplatz, von Ruitzhof aus oder über Reichenstein zum Kreuz und zur Lourdesgrotte an der Richelsley. Am ersten Mai hält die Pfarre Kalterherberg in den frühen Morgenstunden an der Grotte einen Gottesdienst ab. Am ersten Sonntag im Mai und im Oktober ruft die Pfarre zu einer Prozession zur Grotte mit anschließender Andacht auf. Beide Prozessionen gehen von Ruitzhof aus zur Richelsley. In besonderen Notfällen ziehen auch heute noch spontane Pilgergruppen zur Grotte. Im Ort existiert seit 1990 eine Medjugorje-Gebetsgruppe. Sie zieht seitdem am 24. Juni, dem Fest Johannes des Täufers, zur Richelsley. Diese Gebetsgruppe trifft sich inzwischen dort schon seit 25 Jahren. Wanderer und Biker aus Nah und Fern nutzen meist die Rast an der Richelsley, um vom Kreuz aus die umliegende Landschaft in Augenschein zu nehmen. Sie interessiert die Richelsley nur als Wahrzeichen und beliebter Aussichtspunkt. Unten an der Grotte verweilen meist die Pilger aus Kalterherberg und dem Monschauer Land. Wanderer und Touristen sind hier seltener vertreten. Auf die Entstehung der Grotte weist die Besucher eine Gedenktafel im Felsen hin. Zur Geschichte des Kreuzes findet sich vor Ort bis heute kein Hinweis. Aussagen dazu liefern nur Unterlagen aus kirchlichen und weltlichen Archiven und die Literatur zur Regionalgeschichte.

Verwendete Literatur:
Das Venndorf Kalterherberg mit dem Kloster Reichenstein von Josef Conrads
Hundert Jahre Eifeldom von der Pfarre St. Lambertus Kalterherberg
Kirchen und Kapellen im Stadtgebiet Monschau von Hans Peter Schiffer
Die Mitglieder des Prämonstratenserkonvents des Klosters Reichenstein von Herbert Arens
Universitäts- und Stadtbibliothek Köln/Montjoier Volksblatt, Nr. 37 aus dem Jahrgang 1894

Sonstige Belege zur Geschichte der Richelsley:
Akten Pfarrarchiv Kalterherberg

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